
| Dommel spielen |
|---|
|
Das Lied der Nachtigall oder des Schilfrohrsängers nachzupfeifen brauchen Sie gar nicht erst zu versuchen. Aber den Ruf der Rohrdommel können Sie einfach imitieren. Einziges benötigtes Utensil: Eine Weinflasche, möglichst in einer etwas dickwandigeren Ausführung. Blasen Sie gefühlvoll über deren Öffnung - voilá! Noch nicht sicher wie es klingen soll? Hören Sie sich doch einfach hier eine echte Rohrdommel an! |
Die Rohrdommel (Botaurus stellaris) hat sich perfekt an das Leben im Schilf angepasst. Sie ist mit dem hell-bräunlichen Gefieder, das von dunklen Flecken und Strichen durchzogen ist, perfekt getarnt. Auch ihr Verhalten ist voll und ganz auf ihren Lebensraum zugeschnitten: Wenn der Wind durch die Schilfrohre wiegt, schwankt die Rohrdommel ebenfalls hin und her.
Nur der von Februar bis Juni zu hörende Ruf der Männchen verrät oft ihre Anwesenheit. Das allerdings gründlich. "Der ominöse Paarungsruf, der bei diesen Vögeln die Stelle des Gesangs vertritt, ist ein furchtbares Gebrüll" heißt es schon in Friedrich Naumanns "Naturgeschichte der Vögel". Über fünf Kilometer entfernt sitzt oft die Dommel, die
laut ihr Revier markiert. Kaum ein Wunder, dass ihr dieser Ruf auch Namen wie "Moorochse" eingetragen hat.
Der Ruf dient den Männchen dazu, die Weibchen zu ihrem Wohnplatz zu locken. Oft treiben die Männchen Vielweiberei, so dass auf ein Brutrevier drei oder mehr Rohrdommeln kommen können. Die 3-6 Küken werden in Nestern aufgezogen, die zwischen Schilfhalmen schwimmen. Die Jungen sind Nesthocker und kommen mit ca. 2 Monaten zum Fliegen.
Allgemein hebt die Rohrdommel nur selten zu ihrem trägen, geräuschlosen Flug ab. Meist bewegt sie sich langsam schreitend. Bei Störung streckt die Dommel Hals, Kopf und Schnabel nach oben, sie gleicht dann eher einem Pfahl als einem Vogel. Nun ist sie vor den meisten Feinden gut verborgen, denn sie ist kaum vom umgebenden Röhricht abzusetzen. Fühlt sich die Dommel dem Störenfried überlegen, ändert sich die Taktik. Dann macht sich die Rohrdommel nicht schmal und hoch, sondern breit und klobig. Sie breitet die Flügel weit aus, sträubt die Brustfedern und ähnelt dann einem etwas mitgenommenen braun gescheckten Damenhut.
