
Durch die Umleitung der Quellzuflüsse drohte der Rambower See zunehmend zu verlanden.
Was ist ein EU-LIFE-Projekt?
Das LIFE-Programm ist das wichtigste Finanzierungsinstrument der EU für Naturschutzvorhaben. Es hat zum Ziel, ein europaweites Netz naturnaher Bereiche zu schaffen ("Natura 2000"). Für die Aufnahme in die LIFE-Förderung muss ein Gebiet eine europäische Bedeutung als herausragender Lebensraum aufweisen, und es müssen prioritäre Arten gemäß der FFH-Richtlinie (im Rambower Moor z.B. Große Rohrdommel und Großer Feuerfalter) vorkommen. Beim Projekt im Rambower Moor teilen sich die EU und das Land die Kosten je zur Hälfte.
Artenreiches Durchströmungsmoor
Das Rambower Moor gehört zu den schönsten und artenreichsten Durchströmungsmooren Brandenburgs. Das Moor wird durch viele kalkreiche Quellen und Hangdruckwasser gespeist. Der verlandete Rambower See bildet das Herzstück des Moores. Um den Flachsee herum liegt ein breiter Schilfgürtel und ausgedehnte teilweise überstaute Seggenrieder sowie Hochstaudenfluren. Extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen vom Typ Kohldistelwiesen, Torfstiche unterschiedlichen Alters, Erlenbruchwälder und Weidengebüsche runden die vielfältige Liste der Biotoptypen ab. Der Reichtum der Lebensräume spiegelt sich auch in der Artenvielfalt von Flora und Fauna wieder.

Die Rohrdommel ist die Leitart des Projekts im Rambower Moor. In Europa ist sie selten geworden (Foto: Günter Bachmeier).
Leitart Große Rohrdommel

Die Leitart des EU-LIFE-Vorhabens ist die im Moor brütende Große Rohrdommel
(Botaurus stellaris). Aufgrund der Veränderung ihrer Lebensräume sind die Bestände europaweit stark zurück gegangen und werden in Norddeutschland auf nur ca. 50 Brutpaare geschätzt. Um zu überleben braucht die Große Rohrdommel auch im Winter offene Wasserstellen, um dort ihre Nahrung zu finden. Das Rambower Moor bietet mit den im Randbereich liegenden Quellen solche Bedingungen. Diese Quellen zu erhalten und den natürlichen Lauf der Quellbäche wieder herzustellen, ist eine der Aufgaben des Projektes.
Gefährdung
In regenarmen Sommern können die Wasserstände rasch absinken und zu einem Austrocknen der Torfe führen. Aufgrund der Torfzersetzung kommt es in dem unterhalb gelegenen Rudower See, der überwiegend aus dem Moor gespeist wird, zu einem hohen Nährstoffeintrag - in erster Linie durch Phosphate. In heißen Sommern kippt dieser beliebte Badesee um. Ein weiteres Problem ist die rasch voranschreitende Verlandung des Rambower Sees, die nur durch Anhebung des Wasserstandes gemildert werden kann.
Überblick über das Projektgebiet: